ChatGPT Ads Targeting
Du willst in ChatGPT die richtigen Leute erreichen und suchst das Keyword-Feld. Es gibt keins. Was es gibt: Context Hints, Land, Plattform, Kundenlisten ab 25.000 Personen und deine Landingpage als Auktionssignal.
In Google Ads buchst du Suchbegriffe. Im Werbekonto von OpenAI gibt es dieses Feld nicht. Es gibt keine Keyword-Liste, keine Prompt-Liste und kein Gebot auf eine Formulierung. Stattdessen hinterlegst du auf Ebene der Anzeigengruppe sogenannte Context Hints: Freitext, in dem du beschreibst, in welchen Gesprächssituationen deine Anzeige sinnvoll ist. OpenAIs System entscheidet selbst, ob eine laufende Unterhaltung zu deiner Beschreibung passt.
Das Placement ist dabei immer dasselbe: unterhalb des Endes einer ChatGPT-Antwort, als „Sponsored“ gekennzeichnet und visuell abgesetzt, ohne die Antwort selbst zu verändern (OpenAI Help Center, Artikel 20001207). Ausgeliefert wird seit dem 24.08.2026 auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz, an Nutzer von ChatGPT Free und Go, nicht an Plus, Pro, Business oder Enterprise (Artikel 20001047). Konto und erste Kampagne erklärt die Anleitung zum ChatGPT Werbung schalten.
Neben den Context Hints gibt es genau drei Targeting-Hebel, die in der OpenAI-Dokumentation stehen (Artikel 20001210 und 20001346):
Für Custom Audiences gilt eine Schwelle, die auf keiner der 18 Agenturseiten stand, die wir am 04.09.2026 geprüft haben: Eine Include-Liste, mit der du gezielt Personen erreichen willst, braucht mindestens 25.000 zugeordnete Personen, empfohlen sind 100.000 (Artikel 20001346). Zugeordnet heißt: Personen aus deiner Liste, die OpenAI einem ChatGPT-Konto zuordnen kann. Die Liste muss also deutlich mehr als 25.000 Einträge haben. Für Ausschlusslisten gibt es kein Minimum. Ist eine Liste zugeordnet, lässt sich ihr Gebot mit einem Multiplikator zwischen 0,1x und 10x gewichten.
Die ehrliche Konsequenz für den Mittelstand: Include-Listen sind praktisch unerreichbar. Ein B2B-Anbieter mit ein paar tausend CRM-Kontakten oder ein Shop mit knapp fünfstelliger Newsletter-Liste kommt nicht in die Nähe der Schwelle. Realistisch bleibt Exclusion: Bestandskunden hochladen, damit sie deine Neukunden-Anzeige nicht sehen. Das ist ein Bruchteil dessen, was der Begriff „Custom Audiences“ aus Meta oder Google verspricht. Welche Kontoeinstellungen sich nachträglich nicht mehr ändern lassen, erklärt die Seite zum ChatGPT Ads Manager.
OpenAI beschreibt die Auktion als relevanzgewichtete Second-Price-Auktion (Artikel 20001207). Second-Price heißt: Der Preis orientiert sich am nächsthöheren Gebot, nicht am eigenen. Relevanzgewichtet heißt: Das Gebot wird mit einer Einschätzung verrechnet, wie gut die Anzeige zur laufenden Unterhaltung passt. Ein höheres Gebot kann eine schlechte Passung also nicht beliebig ausgleichen.
Als Signale für diese Einschätzung nennt OpenAI den Gesprächskontext, die Landingpage, den Anzeigentitel, die Copy und die Context Hints. Wie diese Signale gewichtet werden und ob es einen Qualitätsfaktor wie bei Google gibt, ist nicht veröffentlicht. Einige Ratgeber beschreiben trotzdem eine Formel, die sie nicht kennen können. Belegen lässt sich nur die Richtung: Passung zählt neben dem Gebot, und Passung entsteht aus Text und Zielseite, nicht aus Kontoeinstellungen. Abgerechnet wird pro tausend Impressionen oder pro Klick; auch die conversion-optimierte Variante oCPC rechnet pro Klick ab, nicht pro Conversion (Artikel 20001412).
Hier funktioniert ChatGPT Ads Targeting anders als jede andere Plattform. Bei Google ist die Landingpage ein Teil des Qualitätsfaktors, aber das Keyword bestimmt, wo du auftauchst. Bei OpenAI gibt es das Keyword nicht. Die Landingpage gehört zu den wenigen Signalen, anhand derer das System überhaupt entscheiden kann, zu welchen Gesprächen deine Anzeige passt. Die Freigabe prüft Titel, Copy, Bild und Landingpage als Einheit, und die Seite muss für den OAI-AdsBot erreichbar sein, sonst läuft die Anzeige nicht (Artikel 20001243).
Eine Landingpage, die in klaren, zitierfähigen Absätzen beschreibt, welche Situation dein Angebot löst, für wen und unter welchen Bedingungen, gibt dem System mehr Material als eine Startseite mit Slider und sechs Leistungen. Dieselbe Eigenschaft entscheidet darüber, ob ChatGPT dein Unternehmen in organischen Antworten nennt. Bezahlte Anzeigen und organische Sichtbarkeit sind zwei Kanäle, aber sie lesen dieselbe Seite. Wer seine Website für Sprachmodelle lesbar macht, wie es unsere GEO Agentur für Kunden tut, baut damit zugleich die Grundlage für die Anzeigenauktion.
OpenAI ist bei der Definition ungewöhnlich deutlich. In der Hilfe zu Context Hints heißt es: „Sie sind jedoch keine Exact-Match-Keywords und garantieren keine Auslieferung in bestimmten Unterhaltungen“ (Artikel 20001207). Und an anderer Stelle: „Kontexthinweise sind weder Vorgaben für exakte Übereinstimmungen noch Regeln zur Zielgruppenausrichtung“ (Artikel 20001211).
Drei Dinge folgen daraus. Ein Context Hint ist kein Filter: Du kannst mit ihm keine Unterhaltung ausschließen und keine erzwingen. Er ist kein Zielgruppenmerkmal: Wer „Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen“ hineinschreibt, hat keine Zielgruppe definiert, sondern nur einen Hinweis gegeben. Und er ist ein Signal unter mehreren: OpenAI nennt neben dem Gesprächskontext ausdrücklich die Landingpage, den Titel und die Copy der Anzeige als Relevanzsignale (Artikel 20001207). Der Hint allein steuert nichts.
Das ist vor allem eine andere Logik. Statt zu raten, welche Wörter jemand tippt, beschreibst du die Situation, in der jemand dein Angebot braucht. Niemand tippt in ChatGPT „steuerberater freelancer köln“. Die Leute schreiben drei Absätze über ihre Lage und fragen dann, was sie tun sollen.
Wie OpenAI die Hints intern verarbeitet, ist nicht dokumentiert. Es gibt deshalb keine belegte Best Practice, nur eine Konsequenz aus der Definition: Wenn das System Gesprächskontexte mit deiner Beschreibung abgleicht, sollte die Beschreibung so aussehen wie ein Gesprächskontext. Zur Illustration, was wir damit meinen (Beispiele, keine gemessenen Gewinner):
Der Unterschied: Die guten Varianten beschreiben, wer gerade in welcher Lage was wissen will. Sie enthalten den Bedarf, nicht das Produkt. Mehrere Hints pro Anzeigengruppe sind möglich. Sinnvoll ist, pro Anzeigengruppe eine einzige Situation zu beschreiben, weil Titel, Copy und Landingpage derselben Gruppe ebenfalls als Signal zählen und zu genau dieser Situation passen sollten. Ein leerer Hint ist technisch erlaubt; warum das eine schlechte Idee ist, zeigt unser eigenes Konto weiter unten.
Alles, was Performance-Marketer aus anderen Plattformen kennen, fehlt: kein Alter, kein Geschlecht, keine Interessen, keine In-Market-Zielgruppen, keine Lookalikes. Auch ein Sprach-Targeting ist in der Dokumentation nicht belegt. OpenAI beschreibt das nicht als Lücke, sondern als Absicht und spricht von Leitplanken gegen zu enge Zielgruppen. Den Unterschied zu Googles Zielgruppen-System zeigt der Vergleich ChatGPT Ads vs. Google Ads.
Für Europa kommt eine zweite Einschränkung dazu. OpenAI schreibt: „Personalisierte Anzeigen sind zunächst im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und in der Schweiz nicht verfügbar“ (Artikel 20001047). Personalisierung meint hier, dass das System bei Nutzern mit eingeschaltetem Memory auch frühere Chats und Anzeigeninteraktionen berücksichtigen kann. Das ist kein Hebel, den du als Werbetreibender einstellst, sondern eine Einstellung auf Nutzerseite, und für DACH-Kampagnen fällt sie zunächst ganz weg.
Damit bleibt für eine deutsche Kampagne ein kurzer Hebelsatz: Land, Plattform, gegebenenfalls eine Ausschlussliste, und dann die drei Dinge, die den Relevanzabgleich tragen: Context Hints, Anzeigentext und Landingpage. Wer im EWR über Zielgruppen redet, redet über etwas, das es nicht gibt. Wer über Relevanz redet, ist beim Thema.
Wir betreiben seit dem 24.08.2026 ein eigenes deutsches Werbekonto mit Abrechnung in Euro. Der geführte Anlage-Flow legte darin eine Kampagne an, die auf die USA zielte, bei deutschen Anzeigen, deutscher Zielseite und Euro-Konto. Context Hints: leer. Conversion-Event: keins. Ziel-URL: die Startseite. Zeitzone: Europe/Warsaw. Diese Kampagne lief mit einer Klickrate von 0,3 Prozent. Das ist kein Benchmark für den Kanal, sondern die Beschreibung eines kaputten Setups: deutsche Anzeigen vor amerikanischen Nutzern, ohne einen einzigen Hinweis, zu welchen Gesprächen sie passen. Die Zahl war damit vo
Das klären wir im Erstgespräch
Wir betreiben seit dem 24.08.2026 ein eigenes deutsches Werbekonto mit Abrechnung in Euro.
Der geführte Anlage-Flow legte darin eine Kampagne an, die auf die USA zielte, bei deutschen Anzeigen, deutscher Zielseite und Euro-Konto.
Context Hints: leer.
Nein. Es gibt kein Feld für Keywords und keine Möglichkeit, auf bestimmte Prompts zu bieten. Gesteuert wird über Context Hints, also Freitext-Beschreibungen von Gesprächssituationen. OpenAI stellt klar, dass diese Hints keine Exact-Match-Keywords sind und keine Auslieferung in bestimmten Unterhaltungen garantieren (OpenAI Help Center, Artikel 20001207).
Context Hints sind Freitext-Beschreibungen auf Ebene der Anzeigengruppe, mit denen du beschreibst, in welchen Gesprächssituationen deine Anzeige relevant ist. Sie sind ein Relevanzsignal neben Gesprächskontext, Landingpage, Titel und Copy. Laut OpenAI sind sie weder Vorgaben für exakte Übereinstimmungen noch Regeln zur Zielgruppenausrichtung (Artikel 20001211).
Land, Plattform (iOS, Android, Web) und Custom Audiences aus eigenen Kundenlisten. Es gibt keine Demografie, keine Interessen, keine In-Market-Zielgruppen und keine Lookalikes. Include-Listen brauchen mindestens 25.000 zugeordnete Personen, Ausschlusslisten haben kein Minimum (Artikel 20001346).
Zunächst nicht. OpenAI schreibt, dass personalisierte Anzeigen im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz zunächst nicht verfügbar sind (Artikel 20001047). Für DACH-Kampagnen bleiben Context Hints, Anzeigentext und Landingpage als Steuerhebel.
Weil OpenAI sie ausdrücklich als Signal in der relevanzgewichteten Auktion nennt und weil es keine Keywords gibt, die die Zuordnung übernehmen könnten. Eine Seite, die klar beschreibt, welchen Bedarf sie für wen löst, gibt dem System mehr Anhaltspunkte als eine allgemeine Startseite.
Als Include-Liste in der Regel nicht, weil die Schwelle von 25.000 zugeordneten Personen für die meisten Mittelständler unerreichbar ist. Als Ausschlussliste ja: Bestandskunden hochladen, damit Neukunden-Anzeigen sie nicht erreichen; dafür gibt es kein Minimum.
Im Erstgespräch schauen wir mit dir auf Zielland, Plattform, Context Hints und die Landingpage in deinem Konto, oder wir legen fest, wie ein neues Konto sauber aufgesetzt wird, bevor der erste Euro ausgegeben ist.
Ohne Verkaufsdruck, ohne Verpflichtung.
Von der Mechanik über Kosten und Targeting bis zu Tracking und Datenschutz.